Erzählcafé, Flucht von 1945 bis heute

Fr, 27.5.16, 15 Uhr, Flandernbunker

Bei  Kaffee und Kuchen treffen wir uns und erzählen uns Geschichten von früher und heute. Was hat Oma eigentlich immer gemeint, wenn sie von „früher“ sprach, und was die Mutter? Wo gleichen sich die Geschichten, die Oma erzählt hat und die, die der Schulfreund aus Syrien erzählt?  Welche Gegenstände haben damals  Krieg und Flucht überlebt und welche Gegenstände sind heute so wichtig, dass sie mit auf die Flucht genommen werden? Welche Geschichten können sie erzählen?

Als 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende war, kamen 2 Millionen Menschen nach Schleswig-Holstein, die in ihrer angestammten Heimat nicht mehr bleiben konnten. Auf Fischerbooten, Transportschiffen, mit Zügen und Pferdewagen machten sie sich damals auf den Weg Richtung Westen. Die Einheimischen nahmen diese Flüchtlinge mit gemischten Gefühlen auf, da sie selber nur das Nötigste zum Leben hatten und die Lebensart der Flüchtlinge sich sehr von der Hiesigen unterschied. Trotzdem ist die Integration dieser Kriegsflüchtlinge bis heute beispielhaft. Die Flüchtlinge, die heute zu uns nach Schleswig-Holstein kommen, können ebenso nicht mehr in ihrer Heimat bleiben, wirken auf uns fremd, und so mancher hat Bedenken wegen der anderen Lebensart. In unserem Erzählcafé bieten wir die Möglichkeit, die ganz persönlichen Erfahrungen zum Thema Flucht zu berichten und mit anderen Flüchtlingen, von damals und heute ins Gespräch zu kommen.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.
Anmeldung unter: 0431 2606309 

Flandernbunker, Kiellinie 249, 24106 Kiel

 

Wir errichten das erste Kieler Friedens-Denkmal Mach mit!

Wir errichten ein Friedens - Denkmal

Wir haben das erste Kieler Frie­dens-Denk­mal errichtet. Es steht seit September 2015 direkt vor dem Flandernbunker und soll anregen, über unseren Umgang mit Waffen und Krieg nachzudenken. Daher sammeln wir jegliches Kriegsspielzeug in diesem drei Meter hohen Denkmal aus Glas. Jeder und jede kann mitmachen, ob jung oder alt: Werft euer Kriegsspielzeug in dieses Denkmal. Wer möchte, lässt seine Adresse da - wir planen Verlosungen. Ihr könnt Mon­tag bis Frei­tag von 11-​15 Uhr und Sonn­tag von 11-​17 Uhr (unsere Öffnungszeiten) mit Eu­rem Kriegs­spiel­zeug zum Frie­dens-​Denk­mal bei­tra­gen (Sondertermine für Gruppen möglich). 
Gefördert von: Schmiede Kurt Lange, Bauunternehmung Richard Rahn, Glaserei Pries, Statikbüro Conrad Hansen, Baumaschinen Friedrich Niemann, Kies/Abbruch Peter Glindemann, Elektro-Hühn 

Kriegszeugen gesucht!

Interview mit einem Kriegszeugen

Seit über fünf Jahren besuchen die Mitarbeiter unseres Kriegszeugenprojekts Menschen aus Kiel und Umgebung und lassen sich von ihnen ihre Erinnerungen an die Kriegszeit schildern.

Auf diese Weise sind schon viele Details über das Leben im Zweiten Weltkrieg zutage gekommen, die nicht in den Geschichtsbüchern zu finden sind.

Damit das Projekt erfolgreich seine Arbeit weiterführen kann, suchen wir Menschen aus der Kriegsgeneration, die ihre Erinnerungen mit uns teilen wollen. Nicht das vermeintlich Spektakuläre steht im Mittelpunkt der Interviews, sondern das Alltagsleben in den Extremsituationen von Kriegs- und Nachkriegszeit.

Wenn Sie selber Kriegszeuge sind und uns ihre Geschichte erzählen möchten, freuen wir uns auf Ihren Anruf oder Besuch.

Telefonnummer und Adresse

Unsere Kinder, Enkel und Urenkel sollen nicht das erleben, was wir erlebten

Mi, 28.6.2016, 19 Uhr

Vortrag von Hinrich Rüßmeyer zur Zeitzeugenarbeit in Weißrussland.

Von den rund 7000 Bürgern der weißrussische Stadt Lepel wurden im Zweiten Weltkrieg 5229 von deutschen Soldaten umgebracht. Am 28. Juni 1944 wurde die Stadt befreit. Über zehn Jahre lang engagierte sich der Kieler Hinrich Rüßmeyer in dieser Region und sprach mit Zeitzeugen.

Flandernbunker, Kiellinie 249, 24106 Kiel
Eintritt 4,-/3,-€


100 Jahre Erster Weltkrieg IV: Kartentisch und Schützengraben

So, 24.1. - So, 10.7.2016

In der Ausstellung „Kartentisch und Schützengraben“ werden Facetten des Kriegsgeschehens aus der Sicht des Stabsoffiziers Fritz von Loßberg und unterschiedlicher Frontsoldaten dargestellt. Loßberg hat den Ersten Weltkrieg in verschiedenen Korps- und Armeekommandos erlebt. In seinen Memoiren zeichnet er ein Bild des Krieges, das sich deutlich von den Schilderungen in der Feldpost des einfachen Soldaten unterscheidet. Nicht zuletzt weist die verwendete Sprache auf die konträren Sichtweisen und die sozialen Spannungen zwischen Befehlshabern und Ausführenden hin.

Eintritt: 4,-/3,-€

Mo-Fr 11-15 Uhr, So, 11-17 Uhr

Passion des XX. Jahrhunderts - Richard Grune

Ausstellungseröffnung

So, 5. Juni 2016, 11.30 Uhr 

Druckgrafische Blätter eines homosexuellen Künstlers zu den Konzentrationslagern von Lichtenburg, Sachsenhausen und Flossenbürg.

Begrüßung: Dr. Jens Rönnau, Verein Mahnmal Kilian
Einführung: Rolf Fischer, Staatssekretär für Wissenschaft

Musik: Ingrid Stegemann, Klarinette

Vor 70 Jahren veröffentlichte Richard Grune seinen Grafik-Zyklus "Passion des XX. Jahrhunderts". Grune wurde 1902 in Flensburg geboren. Er studierte an der Kieler Kunstgewerbeschule, wo er 1918 den Matrosenaufstand mit seinen Arbeiter- und Soldatenräten im benachbarten Gewerkschaftshaus hautnah miterlebte. In den 20er Jahren studierte er in Weimar und Dessau bei Paul Klee und Wassily Kandinsky. 1927 war Grune gemeinsam mit Andreas Gayk Mitorganisator der reformpädagogischen "Kinderrepublik" auf Gut Seekamp in Kiel-Schilksee. Seit 1933 lebte Grune als Maler in Berlin, wo er als Homosexueller 1934 von der Gestapo verhaftet und in das frühe KZ Lichtenburg verschleppt wurde. Es folgte weitere Haft in Gefängnissen und den KZ Sachsenhausen und Flossenbürg. 1945 konnte Richard Grune einem "Todesmarsch" durch Flucht entkommen. Er lebte später in Kiel und Hamburg und starb 1983 in einem Kieler Altenheim.

Ausstellungskuratorin: Claudia Thoma

Flandernbunker, Kiellinie 249, 24106 Kiel

Tel. 0431 - 260 630 9   

Geöffnet:  Mo - Fr 11-15 Uhr, So 11 - 17 Uhr

20 Jahre Verein Mahnmal Kilian e.V.

Zahlreiche Politiker, Vertreter der Gedenkstätten und Kultureinrichtungen waren unter den über 100 Besucherinnen und Besuchern zur gedenkenden Feier des 20-jährigen Bestehens des Verein Mahnmal Kilian im Flandernbunker. Zu diesem runden Geburtstag des 1995 gegründeten Vereins sprachen Landtagspräsident Klaus Schlie, Kulturministerin Anke Spoorendonk sowie Professor Dr. Dr. Gerhard Fouquet und Uta Körby für die Gedenkstätten Schleswig-Holstein.

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Dr. Jens Rönnau erhält Andreas-Gayk-Medaille

Roennau_Andreas_Gayk

Mit der Verleihung der Andreas-Gayk-Medaille würdigt die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kielerinnen und Kieler, die sich außergewöhnliche Verdienste um das Ansehen und das Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger erworben haben.
In diesem Jahr erhielt Dr. Jens Rönnau diesen Preis für große Verdienste bei der Bewahrung von Mahnmalen und ihrer Einordnung in die historischen Ereignisse in Kiel sowie bei deren kulturpädagogischer Vermittlung.
Die Mitglieder von Mahnmal Kilian freuen sich sehr über die Auszeichnung.
Neben der Würdigung der großen persönlichen Leistung von Dr. Jens Rönnau versteht der Verein die Verleihung der Andreas-Gaik-Medaille auch als Anerkennung für die Beschäftigung mit einem unbequemen Kapitel der Geschichte mit dem großen Ziel der Friedensförderung und Völkerverständigung. Wir freuen uns, auch in Zukunft aktiv an der Arbeit zur Erinnerungskultur in Kiel beizutragen.