Internationaler Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus
Veranstaltung im Flandernbunker am 27.01.
Der 27. Januar ist der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am kommenden Dienstag lädt der Verein Mahnmal Kilian daher wieder ein auf den Vorplatz des Flandernbunkers zum gemeinsamen Erinnern und um einfach nur zusammenzustehen angesichts der unsagbaren Grausamkeiten, die Menschen im Namen des deutschen NS-Staatsterrors zugefügt wurden. Dazu wird der Flandernbunker auf vielfältige Weise beleuchtet. Kerzen und Lichter können gern mitgebracht werden. Es stehen warme Getränke bereit. Die Aktion „Licht ins Dunkel - Der Flandernbunker leuchtet“ geht zurück auf eine Initiative des Berliner Gedenkortes „Haus der Wannseekonferenz“ und wird jährlich vom Verein Mahnmal Kilian mit Bunkerbeleuchtung und Kerzen am 27. Januar ausgerichtet - dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die sowjetische Rote Armee 1945. Die Zusammenkunft auf dem Vorplatz des Flandernbunkers geht um 18.45 Uhr über in eine Lesung im geheizten Veranstaltungsraum des Bunkers. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
18.45 Uhr: Lesung zu den Verbrechen des Nationalsozialismus: Der "Judenstern"
Ab September 1941 mussten Menschen jüdischen Glaubens verpflichtend einen Judenstern als Erkennungszeichen tragen - ein NS-Instrument zur Ausgrenzung wie auch zur Unterscheidung von anderen Bürgern. Der jüdische Maler Felix Nussbaum stellte sich 1943 in einem Selbstportrait mit Judenstern und seinem mit "JUIF JOOD" gekennzeichneten Pass dar. Er war nach der deutschen Besetzung Belgiens 1940 verhaftet worden, konnte fliehen, wurde 1943 denunziert und nach Auschwitz deportiert. Die Befreiung des Lagers durch die sowjetischen Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945 erlebten Nussbaum und über eine Million andere Auschwitz-Häftlinge nicht.
Philipp Eulenberger, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Flandernbunker, wird sich in einer Lesung mit den nationalsozialistischen Verordnungen zum Tragen des Judensterns befassen. Dabei geht er ein auf die Polizeiverordnung vom September 1941 als gesetzliche Grundlage der optischen Ausgrenzungsstrategie, die dann fast europaweit eingeführt wurde. Er befasst sich mit Reaktionen auf diese Vorschriften, wie die des betroffenen jüdischen Literaturwissenschaftlers und Politikers Victor Klemperer und anderer. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion. Moderation: Dr. Jens Rönnau.
Der Bunker leuchtet: Zusammenkunft am Flandernbunker und Lesung zum "Judenstern" mit Philipp Eulenberger - gemeinsames Erinnern an das Unsagbare
27. Januar, 18 Uhr, Flandernbunker - Internationaler Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus