Rückblick in Auszügen

2013

Raffael Rheinsberg - Lilli Engel in Kiel:"Schöne neue Welt"



Die Kunstausstellung des Verein Mahnmal Kilian e.V. für das Jahr 2013 wurde von dem international renommierten Künstlerpaar Raffael Rheinsberg und Lilli Engel präsentiert. Sie fand an zwei Orten statt: Im Flandernbunker und in der Technischen Marineschule in Kiel-Wik mit unseren Partnern vom Maritimen Viertel e.V.
Die Ausstellung war vom 3. August bis zum 20. Oktober 2013 zu besichtigen. Es wurden Führungen durch beide Ausstellungsorte, Vorträge und Filmabende angeboten.
Die Intention der Künstler war auf das Grauen des Krieges hinzuweisen. Dies wurde durch den Kontrast einer edel durchgestylten Wohnlandschaft im Bunker auf der einen Seite und verhüllten Kriegsbildern an den Wänden auf der anderen Seite erreicht. Die Thematik wurde den Besuchern in teils drastischer Weise vor Augen geführt. Der Kontrast zeigt symbolisch das gesellschaftliche Ausblenden der Realität, unseren Wohlstand, der an anderen Orten der Welt seinen Preis hat. Eine, nach Aussagen vieler Besucher, sehr gelungene Präsentation, die das „Nicht-Wissen-Wollen“ der Gesellschaft eindrucksvoll belegt.
Großformatige Bilder und raumgreifende Bodeninstallationen, in Form von hunderten Maschinenteilen in der Technischen Marineschule, unterstützen die Arbeiten im Flandernbunker.
Flankiert wurde die Ausstellung mit der Herausgabe einer Sonderbriefmarke mit dem Motto „Frieden ist menschlich“. Auf von den Künstlern handsignierten Postkarten mit dem Motiv des Flandernbunkers sind diese Marken verklebt. Die Karten sind für Sammler und Kunstfreunde eine schöne Erinnerung.
Das Buch "Wertewandel im Werk Raffael Rheinsbergs" von Jens Rönnau,informiert detailreich und umfassend über das Leben und Werk des Künstlers. Karten und Bücher sind noch beim Verein Mahnmal Kilian e.V. erhältlich.

2012

Jårg Geismar: “Die Blumen der Fremde”

Der international tätige Künstler Jårg Geismar: entwickelte Installationen im Flandernbunker unter dem Titel  “Die Blumen der Fremde” – „künstlerische Annäherung an einen Kriegsbunker als Friedensort“. Es handelte sich um die Hauptkunstausstellung des Vereins Mahnmal Kilian e.V. für das Jahr 2012.
Die Ausstellung war für Besucher vom 8. Mai – 29. Juli 2012 geöffnet. Bereits die Vernissage stellte eine gelungene Performance dar, die mit dem Abbrennen eines Schachspiels („life is not a chessgame.“) ihren spektakulären Höhepunkt fand.
Die Ausstellung zeigt den Künstler Jårg Geismar mit einem Teil seiner poetischen Installation, die auf ironische Weise mit dem rauen Bunkerbeton spielte. Die Besucher wurden durch stark emotional wirkende Installationen an den Kriegsbunker als Friedensort herangeführt und zum weiteren Nachdenken angeregt. Der in Schweden geborene Jårg Geismar arbeitet weltweit von Düsseldorf über New York bis nach Tokio und hat seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz, Videos, Bilder und weitere Installationen in diese Ausstellung eingebracht.
Im Rahmen der Ausstellung fanden Kunstessen, sogenannte „Crystal- Dinners“ an markanten Orten gesellschaftlicher Knotenpunkte statt; unter anderem im Stützpunkt der Bundeswehr, im Institut für Weltwirtschaft und in der Kieler Nikolaikirche. Jårg Geismar förderte durch unterschiedliche Performances und durch Änderungen in der Sitzordnung die Kommunikation zwischen den TeilnehmerInnen. Für viele Gäste war es ein unvergessliches Erlebnis, das die kulinarischen Genüsse in den Hintergrund treten ließ.
Es erfolgten -ebenfalls begleitend zur Ausstellung- im Mai 2012 mehrere Lesungen mit dem Kieler Schauspieler Siegfried Jacobs aus dem Jugendroman “Tistou mit dem grünen Daumen” von Maurice Druon.  Eine wundervolle Friedens-Geschichte, die Herr Jacobs mit seiner klaren Erzählstimme, zu einem Erlebnis für Jung und Alt werden ließ.

Blumen der Fremde

2011

Insa Winkler: "Peace-Flower - Konversion weitergedacht"

Am 30. August 2011 startete der Verein Mahnmal Kilian e.V. ein Projekt mit der international tätigen, renommierten Künstlerin Insa Winkler im Flandernbunker, das vom 1. September – 16. Oktober 2011 Jung und Alt dazu einlud, tausend Fragen zum Begriff Frieden zu stellen und zu beantworten. Ein „Vergangenheits-Gegenwarts-Zukunfts-Mitmachprojekt“, das mit der fortschreitenden Dauer der Ausstellung beständig wuchs. Es ging um ein kreatives Nachdenken über Herkunft, Zustände und Möglichkeiten. Denn Kreativität und Kunst sind oft ein Anfang gesellschaftlichen Wandels.
Die Idee des „Zukunftslabor INSA WINKLER“-„ Einladung zur Mitgestaltung - 1000 Fragen und Antworten" wurde durch ein speziell geschultes Team von Mitarbeitern des Vereins Mahnmal Kilian übernommen. Die Künstlerin bildete Mitglieder und Mitarbeiter des Vereins als Multiplikatoren für das Konzept "Flower-of -Sustainability" (Blumen für Nachhaltigkeit) aus. Die Vereinsmitarbeiter entwickelten auf dieser Grundlage ein neuartiges Workshopkonzept und setzten dieses mit lokalen Fragestellungen um.
Schulklassen und Jugendgruppen haben das Angebot begeistert umgesetzt. Die Einladung zur Mitgestaltung wurde darüber hinaus ebenfalls von Besuchern während der Kieler Woche und des Kulturmeilenfestes mit großem Interesse wahrgenommen.
Auf dem Global Economic Symposium 2011 des Institutes für Weltwirtschaft in Kiel wurde das Konzept "Flower-of -Sustainability" durch junge Wissenschaftler aufgegriffen. Mitarbeiter des Vereins haben haben die Straßenaktion mit Schulklassen auf dem Bahnhofsvorplatz  unter Verwendung der Peaceflowerblüten durchgeführt.
Abschließend können wir sagen, dass die Künstlerin Insa Winkler ein interessantes Konzept präsentiert hat, das eine tiefe Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen ermöglicht und damit viel Diskussionsstoff liefert.

Weitere Informationen zu den Projekten von Insa Winkler finden Sie unter:

Blumen für Nachhaltigkeit

Peaceflower Kiel 2011 - "Konversion weitergedacht"



2010

Donnerstag, 11. November 2010, 18.30 Uhr
Thespis zu Gast im Flandernbunker

Im Rahmen des Monodramafestivals "Thespis" präsentierte der renommierte russische Schauspieler Igor Pekhovich das Stück "Faden". In "Faden", einer tragikomischen Parabel, die Pekhovich auf hebräisch und russisch vortrug, mischen sich Schauspiel mit Gesang und Tanz - die Sprachen fließen ineinander über.
Mit einem bis auf den letzten Platz gefüllten Flandernbunker, der durch Mitarbeiter des Kriegszeugenprojektes optimal auf die Belange des Küstlers bühnentechnish installiert wurde, war es für die vielen Zuschauer wie auch die Festivalmacher ein voller Erfolg.

Gute Gespräche im citti-Park

Von Arbeitserziehungslager bis Wecker -
Begriffe aus einer Zeit des Schreckens 
ist der Titel einer Ausstellung, die das Kriegszeugenprojekt
vom 28. bis 30. Oktober im citti-Park in Kiel vorgestellt hat.
Begriffe aus der Alltagssprache wie Wecker, Pimpf oder Tannenbaum werden zu Sinnbildern für das Leben im Zweiten Weltkrieg. Sie zeigen, wie sehr die nationalsozialistische Diktatur und der Krieg das Leben der Menschen prägte.
Die Zitate, Bilder und Erklärungen fanden viel Interesse bei älteren Menschen und jungen Leuten. Sie regten zum Nachdenken und Nachfragen an und waren Anknüpfungspunkt für viele Gespräche.
"Eine gute Sache macht ihr da!" war dann nicht nur das Fazit etlicher Besucher sondern auch der Mitarbeiter am Stand, denen ihre Arbeit viel Spaß bereitet hat. Wir bedanken uns beim Kieler Forum Netzwerk Kultur & Wissenschaft und dem CITTI-Park für die gute Zusammenarbeit.

Am Wochenende vom 9. bis 11.Juli 2010 vereinten sich unter dem Motto Kultur in die Festung verschiedene kulturelle Veranstaltungen in der Festung Friedrichsort.

Geboten wurde:  eine dreitägige Fotografieausstellung der Masterstudenten der Muthesius Kunsthochschule. Am Sonnabend fand ein Treffen der ehemaligen Bewohner der Festung nach 1945 statt, organisiert vom Verein Freunde der Festung Friedrichsort in Zusammenarbeit mit dem Verein Mahnmal Kilian e.V.. Die Vereine präsentierten historische Ausstellungen sowie ein vielfältiges Kulturprogramm während des gesamten Wochenendes in der Festung Friedrichsort.

Dieser besondere Ort mit seiner historischen Bedeutung und den außergewöhnlichen Räumlichkeiten bietet optimale Voraussetzungen für das gemeinsame Zusammenkommen. Im schönen Innenhof hatte es ein Café geben, in dem Kuchen und Getränke zum Verweilen einluden. Dank der sehr engagierten Projektteilnehmer von   Mahnmal Kilian e.V. konnten diese Angebote realisiert werden und zudem der Eintritt kostenfrei bleiben.
Die nur 100 Meter entfernte Ostsee lud bei sommerlichen Temperaturen zum Baden ein.

Wenn Sie Vorschläge für eigene Ausstellungen und Projekte im Flandernbunker haben, können Sie gerne unter Kontakte Verbindung zum Verein aufnehmen.

Am 9. Mai, dem 65. Jahrestag des Kriegsendes, lud der Verein zu einer Podiumsdiskussion im Flandernbunker ein. Unter der Gesprächsleitung der Sozialpädagogin Vera Sye sprachen drei Zeitzeugen darüber, wie sie ihre letzten Kriegs- und ersten Friedenstage erlebt haben und welche Bedeutung für ihre Lebensgeschichte sie dieser Zeit beimessen. Im Anschluss an das Podiumsgespräch gab es eine Saaldiskussion mit engagierter Beteiligung.

Am 18. April war der Flandernbunker der Schauplatz der Jahreshauptversammlung des AKENS (Arbeitskreis für die Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein). Die Teilnehmer aus Schleswig-Holstein und Hamburg zeigten sich beeindruckt von den Fortschritten bei den Baumaßnahmen, durch die es überhaupt erst möglich wird, den Bunker während der kalten Jahreszeit für Veranstaltungen zu nutzen. Zum Beispiel sorgte die gut funktionierende Heizung für ein angenehmes Raumklima. Die Tagungen des AKENS finden traditionell an wechselnden Orten statt, die für die Geschichte des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein von Bedeutung sind.

Unter dem Titel „Zwischen Pickelhaube und Sammeltasse“ war vom 19. bis 28. Februar im Flandernbunker eine Klanginstallation zu erleben. Im Rahmen des chiffren-Projektes „Musiklabor“ hatte die in Kiel geborene Komponistin und Klangkünstlerin Kirsten Reese am Ernst-Barlach-Gymnasium Kiel gemeinsam mit Lehrern ein Projekt zum Thema „Der Klang der Zeit – Kiel um 1900“ durchgeführt. Die Schüler und Schülerinnen ließen sich von den Klängen historischer Objekte und von historischen Aufnahmen inspirieren und begaben sich mit Aufnahmegeräten auf die Suche nach Geräuschen in ihrer eigenen Klangumgebung. Die Klänge wurden bearbeitet, geschnitten und arrangiert und über zahlreiche Lautsprecher in den Räumen des Flandernbunkers installiert. Zu der Eröffnung kamen ca. 45 Personen; die Installation wurde während der Öffnungszeiten von annähernd 100 Personen besucht.

Am 30. Januar lasen Bernd Steger, Peter Wald und Edith Wald aus dem Buch „Hinter der grünen Pappe. Orli Wald im Schatten von Auschwitz“. Trotz der schneeglatten Straßen kamen ca. 40 Besucher, um den Ausführungen über das Leben einer beeindruckenden Persönlichkeit zu lauschen. Als Mitglied einer kommunistischen Jugendorganisation war Orli Wald 1936 im Alter von 22 Jahren in die Fänge der Gestapo geraten; 1942 kam sie nach Auschwitz. Dort konnte sie als Lagerälteste Mithäftlinge vor der Ermordung bewahren. Im Januar 1945 gehörte sie zu den Überlebenden der Rückführung nach Ravensbrück. 1947 heiratete sie den Redakteur Eduard Wald, mit dem sie bis zu ihrem frühen Tod 1962 in Hannover lebte. Der Journalist Peter Wald, Stiefsohn von Orli Wald, schrieb das Buch zusammen mit dem Historiker Bernd Steger zum Gedenken an eine Frau, die in Auschwitz mit Todesmut eine tiefe Humanität verteidigte. Darin enthalten sind auch autobiographische Prosastücke, die Orli Wald nach dem Krieg schrieb, um die traumatischen Erlebnisse der KZ-Haft zu bewältigen. Zum Schluss referierte Katharina Langfeldt aus ihrer Arbeit über Orli Wald, mit der sie 2008 im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten den Landespreis für Schleswig-Holstein gewann.

2009

Im Internationalen Jahr der Astronomie 2009 präsentierte der Verein Mahnmal Kilian in der Veranstaltungsreihe „Sterne über Kiel“ einen Beitrag zum Thema Sicherheit und Frieden im Weltraum. Götz Neuneck vom Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) hielt am 29. Oktober im Flandernbunker einen Vortrag. Neunecks Leitfrage: „Die Bewaffnung des Weltraums – Science Fiction oder aktuelle Bedrohung?“. Science Fiction-Filme sind voll von Kampfrobotern, Laserstrahlen und Raumschiffschlachten. Bisher sind die Supermächte davor zurückgeschreckt, Waffen ins Weltall zu transportieren. Dennoch weist die Geschichte der Weltraumfahrt eine militärische Komponente auf. Ausgehend von der zivilen und militärischen Verzahnung der Weltraumfahrt schilderte Neuneck die aktuellen Entwicklungen und Debatten um eine potentielle Bewaffnung des Weltraums. Anschließend diskutierte der Abrüstungsexperte  völkerrechtliche und rüstungskontrollpolitische Maßnahmen, die ein Wettrüsten im All verhindern sollen.

Mindy Weisel
Malerin aus den USA: Mindy Weisel

Geboren wurde sie 1947 in einem displaced person‘s camp, dem ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen: Die amerikanische Malerin Mindy Weisel kam am 27. Oktober mit einem Vortrag in den Flandernbunker. Weisels Thema: Kunst als Autobiografie. Sie erzählte - im Bunker als kontrastreichem Präsentationsort - über ihre Geschichte als Kind Holocaust-Überlebender und den Einfluss auf ihr malerisches Werk. Ihre Bilder erzählen ein Leben: Angefangen bei den dunkel-düsteren Leinwandbildern mit der Nummer A3146 - der Auschwitz-Nummer ihres Vaters – bis hin zu ihren aktuellen Arbeiten voller Farbe und Licht auf Glas. Der Vortrag erfolgte in englischer Sprache und wurde organisiert vom Zentrum für Nordamerika-Studien der Universität Kiel, der Amerika-Gesellschaft schleswig-Holstein und der Jüdischen Gemeinde Kiel.

Auf­räu­men am Flan­dern­bun­ker: Am 19. September fand im Rah­men von „Kiel schlägt Wel­len“ auch in die­sem Jahr eh­ren­amt­li­che Bun­ker­kos­me­tik statt. Der Frei­wil­li­gen-​Ak­ti­ons­tag „Kiel Schlägt Wel­len“ - organisiert vom Nettekieler Ehrenamtsbüro -   ist ein Mit-​Mach-​Tag für al­le ak­ti­ven Kie­le­rIn­nen, die sich in ge­mein­nüt­zi­gen Pro­jek­ten en­ga­gie­ren wol­len und stützt sich auf das seit Jah­ren er­folg­rei­che US-​ame­ri­ka­ni­sche Vor­bild des „Day of Ca­ring“.

Vom 2. – 15. September erhielt die Ausstellung  „Erinnerungskisten“ Raum im Flandernbunker. Zu sehen waren in ausrangierten Munitionskisten persönliche Geschichten von Tod, Flucht und Vertreibung aber auch glückliche Kindheitserinnerungen – gestaltet und dargestellt von Menschen, die den Krieg erlebt haben, zusammen mit Künstlern aus der Region. Darüber hinaus wurden Leporellos gezeigt, die – generationsübergreifend – Großeltern und ihre Enkeln angefertigten.

   

Fotos: Jutta Daunheimer

   

Im Rahmen des Kooperationsprojektes „Embracing History – Geschichte leben“ erinnerte sich die 1919 geborene Schauspielerin Rosemarie Kilian: Im Flandernbunker als kontrastierenden Veranstaltungsort erzählte sie am 1. September 2009 - 70. Jahrestag Beginn Zweiter Weltkrieg und zugleich Internationaler Antikriegtag –von ihren persönlichen Erlebnissen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in Berlin. Dazu spielte Katharina Bintz aus der Schule für Schauspiel Kiel eine Szene aus George Taboris „Jubiläum“ um Adolf Hitler und das Martyrium jüdischer Kinder.

   

Fotos: Jutta Daunheimer

   

Am 16. Juli 2009 präsentierten drei Absolventen der Muthesius Kunsthochschule in Kiel im Flandernbunker ihre Abschlussarbeiten. Dazu hatten sie sich gezielt den Bunker als kontrastreichen Präsentationsort ausgewählt: Heiko Wommelsdorf mit „Weiße Fernseher“ – eine Audio-Video-Installation. Stefanie Polek mit „Mein poetisches Geschlecht: Eine Viele-Welten-Interpretation“ – eine Mehr-Wand-Projektion mit Text. Und Stephan Tresp mit „Schwer“ – eine ortsbezogene Rauminstallationen im Kontext der Schwerkraft.

Am 13. und 14. Juli 2009 präsentierte Kiel CREARtiv e.V. im Flandernbunker das deutsch-argentinische Schulpartnerprojekt "Un Mundo - Eine Welt. Mauern in uns - Mauern um uns". Unter dem Motto „Integration durch Kunst“ ermöglichte das Projekt zwischen zwei verschiedenen Kulturkreisen, zwischen Privilegierten und Ausgegrenzten sowie zwischen Hauptschülern und Gymnasiasten einen Dialog auf Augenhöhe. Ziel des Prozesses mit Objektkunst, Film und Theater war es, jenseits aller Sprach- und Sozialbarrieren das Verantwortungsgefühl für eine globale Gesellschaft zu entwickeln. Die Präsentation war im Flandernbunker auf allen Ebenen als eine begehbare Performance zu erleben. Die Arbeiten der einzelnen Gruppen eines Landes aller Schulformen und aller künstlerischen Sparten verschmolzen mit Bild- und Textmaterial aus Argentinien zu einem Gesamtkunstwerk.

   

Fotos: Jutta Daunheimer

   

Am 24. und 25. April 2009 veranstalteten der Verein Mahnmal Kilian e.V. und die Freunde der Festung Friedrichsort e.V. in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte die Vortrags- und Werkstattkonferenz „Kiel – Stadt mit Militärgeschichte“. Ziel der Kieler Konferenz 2009 war es, sich über den zukünftigen Umgang mit dem militärhistorischen Erbe der Stadt Kiel innerhalb einer friedlichen demokratischen Zivilgesellschaft auszutauschen.

2008

Führung mit Zeitzeugen und Vereinsmitgliedern
Besucher vor dem Flandernbunker

Die Veranstaltungen, die Führungen und die Ausstellung "Bunker-Bomben-Menschen" wurden in 2008 von über 2000 Menschen besucht. Die Veranstaltungen im Flandernbunker haben beim älteren wie auch jüngeren Publikum ein hohes Interesse geweckt und eine sehr positive Resonanz erfahren. So hat es in der Ausstellung "Bunker - Bomben - Menschen" immer wieder zusätzliche Führungen gegeben, die insbesondere von den Bundeswehrangehörigen genutzt wurden. Des Weiteren besuchten Schulklassen und wiederholt auch dänische Schülergruppen den Flandernbunker.

November 2008 war der Flandernbunker einer der Ausstellungsorte der in Kiel stattfindenden "Kulturwochen Nahost 2008 - Radius Of Art". Zahlreiche Autoren, Theater- und Filmschaffende, Künstler und Musiker aus Nahost und Europa eröffneten in über 30 Veranstaltungen einen sehr persönlichen Einblick in die verschiedenen Kulturen und Lebenswirklichkeiten des Nahen Osten. In Filmen, Lesungen, Konzerten, Installationen, Theatervorstellungen, politischen Diskussionen und Vorträgen wurde die Vielseitigkeit der Region gezeigt. Im Rahmen der "Kulturwochen Nahost 2008" stellte der Verein Mahnmal Kilian e.V. Videoprojektionen und eine Außeninstallation von palästinensischen, syrischen und ägyptischen Künstlern im Flandernbunker aus.

  
  

Neben den "Kulturwochen Nahost" umfasste das Projekt „Radius Of Art“ noch eine Reihe weiterer Bausteine. Beim Art-in-Residence Programm "Radius - Research-Based Art" tauschten sich Künstler aus Europa und Nahost aus. Des Weiteren gab es einen Theaterworkshop mit Schauspielern aus Polen, Deutschland und Nahost im Landeskulturzentrum Salzau. Auf Veranstaltungen mit Schulen, Hochschulen und Bildungsträgern bot sich die Möglichkeit mit Künstlern, Autoren und Schauspielern direkt zu sprechen und zu diskutieren.

Vereinsstand im Citti-Park
Vereinsstand im Citti-Park

Oktober 2008 stellte sich der Verein mit einem Stand im Kieler Einkaufszentrum "Citti-Park" anläßlich des Kieler Museumsforums vor. Der Informationsstand wurde sehr gut angenommen. Es gelang, 8 Männer und Frauen aus der Kriegsgeneration für Zeitzeugeninterviews zu gewinnen.

Berliner Ensemble "Limited Blindness"
"Limited Blindness"

Im September und November 2008 führte das Berliner Ensemble "Limited Blindness" um den Regisseur Heiko Michels und den Dramaturgen Fabian Larsson die Theaterproduktion "Matrosenaufstand" im Flandernbunker auf. Ihre Inszenierung beleuchtete die Ereignisse des Novembers 1918, den Beginn der Revolution in Deutschland. Das Theaterstück mit vier Schauspielern, zwei Musikern und dem Kammersänger Hans Georg Ahrens von der Oper Kiel wurde in völliger Dunkelheit im Bunker aufgeführt, um neue Wahrnehmungsformen des Theaters experimentell zu erproben.

Ausstellung "Bunker-Bomben-Menschen" im Flandernbunker
"Bunker-Bomben-Menschen" im Flandernbunker

Am 8. Mai 2008 eröffnete die Kieler Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz die Ausstellung "Bunker-Bomben-Menschen" im Flandernbunker. Erstmals stellte das "Kriegszeugenprojekt" sein umfangreiches Material zu den Kieler Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg der breiten Öffentlichkeit in einer eigenen Ausstellung vor. Zusätzlich zu den Auszügen aus Zeitzeugenberichten konnten historische Fotos, ein Video mit Zeitzeugeninterviews und originale Fliegerbomben präsentiert werden. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses lief die Ausstellung bis zum 31. August 2008 und ist noch heute bei Führungen zu sehen.

2007

Geschäftsstelle und Kriegszeugenprojekt - Hindenburgufer, Kiel
Umzug an das Hindenburgufer

Mai 2007 bezog das "Kriegszeugenprojekt" des Vereins ein großes Büro in einem rund 100 Jahre alten Haus im Kieler Stadtteil Wik, nur wenige Schritte entfernt vom Flandernbunker. Die Arbeitsbedingungen für dieses zentrale Projekt des Vereins konnten durch das großzügige Entgegenkommen der Stadt Kiel, der Eigentümerin des Gebäudes, entscheidend verbessert werden.

Vortrag von Marine-Historiker Dr. Dieter Hartwig
Vortrag von Dr. Dieter Hartwig

Am 30. Januar 2007 hielt der Marine-Historiker Dr. Dieter Hartwig den Vortrag "Von der Machtergreifung 1933 bis zur Machtübergabe 1945 - auf der Suche nach einem gültigen Dönitz-Bild".

2006

Ende November 2006 lud "Mahnmal Kilian" zu einem Vortrag des Vorsitzenden Eberhard Radczuweit vom Verein "Kontakte-Kontakty", der Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion aufbaut und pflegt. Hintergrund war der Einsatz für die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die zur Zwangsarbeit gepresst worden waren, aber als Kriegsgefangene keine Mittel aus der Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" erhalten hatten. "Kontakte-Kontakty" überweist jedem noch lebenden ehemaligen Kriegsgefangenen eine Geldsumme von 350,- Euro als symbolische Anerkennung des Unrechts jener Zeit. In dem Vortrag wurde das Bürger-Engagement für die vergessenen NS-Opfer vorgestellt und aus den vielfach bewegenden Briefen der ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen vorgelesen. Der Verein Mahnmal Kilian beteiligte sich spontan mit einer Spende über 350,- Euro.

 

November 2006 war der Flandernbunker einer der Ausstellungsorte der "Kulturwochen Nahost 2006 - Peace Of Art". Dies war das Ergebnis eines Symposiums von Künstlern aus Ägypten, Israel, Palästina und Deutschland, eines interkulturellen Dialoges in Kunst, Religion und Politik zum Thema Nahost. Die Ausstellung künstlerischer Exponate wurde ergänzt durch Lesungen, Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Film- und Theateraufführungen. Innerhalb der "Kulturwochen Nahost 2006" bestand eine Zusammenarbeit mit dem Monodrama-Festival "Thespis" (bei der Kunstform des Monodramas agiert ein einzelner Schauspieler vor den Zuschauern). In der Vorstellung verwob der polnische Schauspieler Julian Swift-Speed Ausschnitte aus Imre Kertesz' "Roman eines Schicksallosen" zu einer eindrucksvollen Collage. Der Flandernbunker bot dabei die passende Kulisse zu den beklemmenden Darbietungen von Demütigung und Folter.

19. Mai 2006: Der Verein "Mahnmal Kilian" und das Kulturprojekt "blickfrei! - Dialog jenseits des Augenscheins" luden in den Flandernbunker ein zu "Lichtmeere, Alpträume, Glücksmomente", einer Veranstaltung von "Lyrikbrücken", dem europaweiten Leseprojekt blinder Lyriker.

Am 7. Mai 2006 besuchten fünf ehemalige britische Soldaten, die 61 Jahre vorher an der Besatzung Kiels teilgenommen hatten, die Stadt und den Flandernbunker. Dort ergaben sich viele Gespräche und Diskussionen mit interessierten Kieler Bürgern, insbesondere auch solchen, welche selbst die Besatzungszeit miterlebt haben.

Am 2. Mai 2006 las - im Rahmen der Anne-Frank-Ausstellung im Landeshaus - der Jugendclub des Landestheaters Schleswig-Holstein im Flandernbunker Texte aus Anne Franks Tagebuch und bettete sie szenisch ein.

2005

Transkription eines Interviews
Transkription eines Interviews

November 2005 nahm das "Kriegszeugenprojekt" des Vereins seine Arbeit auf. Bis heute wurden mehr als 140 Männer und Frauen nach ihren Erlebnissen in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit befragt.

Der 8. Mai 2005, der 60. Jahrestag des Kriegsendes in Europa, war Anlass mit der Kieler Partnerstadt Brest, ein gemeinsames Ausstellungs- und Austauschprogramm zu starten: "Gekreuzte Erinnerungen: Kiel - Brest, Krieg - Kriegsende - Friedenszeit in zwei europäischen Marinestädten". Die auf großformatigen Bildtafeln zweisprachig dargestellte Geschichte der beiden Partnerstädte wurde zeitgleich im Kieler Flandernbunker und in Brest gezeigt. Zur Eröffnung besuchte eine Delegation von Brester Zeitzeugen Kiel und berichtete in Schulen, der Universität und im Centre Culturell Francais gemeinsam mit deutschen Zeitzeugen von ihren Erinnerungen. Unmittelbar darauf berichteten dieselben Zeitzeugen aus Kiel und Brest vor zehn Schulklassen in Brest, nahmen an offiziellen Gedenkveranstaltungen teil und wurden im Rathaus empfangen.

Frühjahr 2005 präsentierte die Berliner Pädagogin Irmela Mensah-Schramm eine Auswahl ihrer Fotografien von geklebten oder gemalten Hassparolen und Nazisymbolen. Ihr Projekt "Hass vernichtet" zeigte nicht nur die Barbarisierung gesellschaftlicher Verhältnisse, sondern ging auch aktiv gegen diese "Vergiftung" öffentlicher Räume vor.

2004

September 2004 war ein Zeitzeuge aus Köln im Flandernbunker zu Gast. Der Journalist und Balkan-Korrespondent Peter Wald las aus seinem Buch "Nachrichten von Vater und Mutter - eine Jugend im Zwiespalt". Autobiographisch schilderte Wald die Zeit des "Dritten Reiches" und des Zweiten Weltkriegs, während der sein Vater als KPD-Funktionär im Konzentrationslager saß.

2003

März 2003: Mit Beginn des Kriegs im Irak veranstalteten das Kieler Schauspielhaus und der Verein zwei Lesungen, die sich mit grundsätzlichen Fragen zum Thema Krieg und Frieden befassten: Aus Immanuel Kants philosophischer Schrift "Zum ewigen Frieden" wurde im Studio des Schauspielhauses vorgetragen, als Gegenstück lasen Schauspieler aus Carl von Clausewitz' "Vom Kriege" im Flandernbunker.

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2001

Herbst 2001 stellte der Verein im Rahmen der "1. Wiker Kulturmeile" den Bunker erstmals der Kieler Öffentlichkeit vor. Als einer von fünf "Meilensteinen" bot er den Besuchern stündlich Führungen, Lesungen von Schauspielern und eine Ton-Bild-Text-Musik-Collage in Zusammenarbeit mit dem "Theater im Werftpark".

Flandernbunker
Flandernbunker

Februar 2001 ersteigerte der Verein den "Flandernbunker". Der Kaufpreis von rund 30.000 DM wurde von Vereinsmitgliedern durch Spenden und zinslose Darlehen aufgebracht.

2000

Sprengung U-Boot-Bunkerruine "Kilian"
Sprengung Bunkerruine "Kilian"

November 2000 wurden die Bunkertrümmer durch Sprengungen eingeebnet und somit ein eindrucksvolles Zeugnis des Kriegswahnsinns vernichtet.

1999

U-Boot-Bunkerruine "Kilian" - Seeseite
Bunkerruine "Kilian" - Seeseite

Dezember 1999 begannen die Vorarbeiten zur Hafenerweiterung. Aber noch bis September des Jahres 2000 führte der Verein, dem zwischenzeitlich das Begehen des Abrissgeländes untersagt worden war, mit einer Barkasse Informationsfahrten zum Bunker durch.

September 1999: Verleihung des "Deutschen Preises für Denkmalschutz" an den Verein in Speyer.

1997

Ab 25. Oktober 1997: Führungen auf dem Bunkergelände, auf dem eigens hierfür Wege hergerichtet worden waren. Ab Ende diesen Jahres wurde der Bau zudem nachts illuminiert. Der Verein ermöglichte dem Lichtperformer Erasmus Schröter, der für die lichtverfremdete Ablichtung von Bunkern bekannt ist, eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem "Kilian". Fast 10.000 Besucher nutzten bis zum Jahr 2000 die Gelegenheit, den "Kilian" zu besichtigen.

Februar 1997: Ausstellung "Stolperstein der Geschichte. Die Ruine des Kieler U-Boot-Bunkers als Mahnmal und Herausforderung" im Kieler Schloss - eine Kooperation des Vereins und der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek. Mit der Ausstellung konnte der breiten Öffentlichkeit ein umfassender Einblick in die Entwicklung des "Kilian" in Geschichte und Gegenwart gegeben werden. Der reich bebilderte Ausstellungskatalog mit Beiträgen von 40 Autoren (264 Seiten) ist noch im Buchhandel erhältlich (ISBN: 3-930563-14-2).

Februar 1997 wies nach intensiv geführter öffentlicher Debatte auf kommunaler Ebene und auf Landesebene die Schleswig-Holsteinische Landesregierung die Denkmalbehörde an, dem Abriss zuzustimmen, um damit den Weg für eine uneingeschränkte Erweiterung des Ostuferhafens freizuräumen. Sämtliche Alternativvorschläge der Stadt Kiel wie auch des Vereins Mahnmal Kilian wurden verworfen.

1996

Ostern 1996 gab es im Rahmen des Ostermarschs der Schleswig-Holsteinischen Friedensorganisationen eine Andacht von Pastor Reinhard Wolters direkt auf der Bunkerruine. Die 200 Zuhörer befanden sich an Bord eines gecharterten Fördedampfers, der von der Wirtschaft gesponsert wurde.

1995

1995 gründete der Kieler Journalist und Kunstwissenschaftler Jens Rönnau zusammen mit Kieler Bürgern den Verein "Mahnmal Kilian", als deutlich wurde, dass trotz eines Verwaltungsgerichtsurteils von 1991 der Druck in Richtung Abriss der Ruine des U-Boot-Bunkers "Kilian" weiterbestehen oder sogar erhöht werden würde, um Hafenerweiterungsflächen auf dem Kieler Ostufer zu schaffen.

Das Gründungsprotokoll vom 4. Oktober 1995 unterschrieben 45 ausgesuchte Personen des öffentlichen Lebens, darunter Stadt- und Landespolitiker, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler und Künstler. Zu den Mitgliedern zählt auch die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" und der "Bund der Antifaschisten". Ein Jahr später traten 3 polnische Zwangsarbeiter, die seinerzeit zum Bunkerbau gepresst worden waren, als Ehrenmitglieder dem Verein bei.